Конкурс по переводу для студентов и школьников 2016

Конкурс по переводу для студентов и школьников 2016

Сообщение Светлана Викторовна » 15 июл 2016, 21:22

Уважаемые друзья немецкого читального зала и немецкого языка!
Мы объявляем традиционный областной конкурс по художественному переводу!

Вашему вниманию предлагаются два текста: для студентов - отрывок (стр.
30-32) из романа Ирис Ханика (Iris Hanika) "Treffen sich zwei". В 2012
г.
автор представляла этот роман на творческой встрече в нашей библиотеке и
книга есть с ее автографом в нашем фонде. Для школьников предлагаем
перевести отрывок из книги Кирстен Бойе (Kirsten Boie) "Die liebe
Familie".

Можно сделать копию и в Немецком читальном зале.

Финал конкурса - в конце сентября, в международный день переводчика.
Оценивать работы будет квалифицированное жюри - Н. Н. Горина и О. В.
Козонкова , преподаватели Института Филологии и Журналистики СГУ им. Н. Г.
Чернышевского. Призы победителям конкурса - от Гете-Института. Работы
принимаются в Немецком читальном зале до 20 сентября 2016 г. Мы желаем в
Вашей работе по переводу вдохновения и творческого озарения!

С уважением,
В. Г. Панченко
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Re: Конкурс по переводу для студентов и школьников 2016

Сообщение Светлана Викторовна » 02 сен 2018, 18:31

Конкурс 2018(для студентов)

Друзья-переводчики, конкурс по переводу немецкого художественного текста на русский язык среди студентов и старшеклассников в самом разгаре! В этот раз он состоится накануне приезда автора переводимого текста, очень известного в Германии писателя Инго Шульце. Его приезд в Саратов — подарок Гете-Института в связи с 20-летним юбилеем Немецкого читального зала. Многие книги писателя переведены на русский язык, а вот последний роман «Peter Holtz», о котором много пишут в Германии, еще не переведен. Книга есть в Немецком читальном зале и в Online-библиотеке Гете-Института (если Вы там уже зарегистрировались). Для конкурса предлагаем перевести небольшие отрывки из этого романа. Размещаем их здесь же. Проверит и оценит работы квалифицированное жюри: доценты и преподаватели кафедры романо-германской филологии и переводоведения ИФиЖ СГУ им. Н. Г. Чернышевского. 1 октября в Немецком центре состоится финал конкурса. Приглашаем молодых людей, изучающих немецкий язык открыть свой талант в переводе! Работы принимаем до 25 сентября! Грамоты победителям вручит сам автор!
Т.: 27 52 77
Текст для студентов:
Ingo Schulze "Peter Holtz":
Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst: Roman
(In dem Peter ohne einen Pfennig in der Tasche eine Gaststätte aufsucht und erklärt, warum er das für richtig hält. Überlegungen zum Stellenwert des Geldes im Sozialismus).

An diesem Sonnabend im Juli 1974, acht Tage vor meinem zwölften Geburtstag, weiß ich noch nichts von meinem Glück. Ich sitze auf der Terrasse eines Ausflugslokals nahe Waldau und warte darauf, dass jemand die Kellnerin von der Richtigkeit meiner Argumente überzeugt oder meine Rechnung in Höhe von vier Mark und fünfzig Pfennigen begleicht. Mehrmals habe ich ihr schon erklärt, über kein Geld zu verfügen, weder in meinen Hosentaschen noch dort, wo ich zu Hause bin, im Kinderheim Käthe-Kollwitz in Gradow an der Elbe.»Geld ist doch nicht wichtig!«, sage ich und füge gleich darauf hinzu: »Solange ich ein Kind bin, muss unsere Gesellschaft für mich sorgen, egal, ob im Kinderheim oder auf einer Reise an die Ostsee.«Wiederholt biete ich der Kellnerin an, die von mir verzehrte Portion Eisbein mit Kartoffeln, Sauerkraut und Senf sowie das Glas Fassbrause abzuarbeiten, sie brauche mir nur eine Aufgabe zuzuweisen. Ich wolle sie aber nicht wegen Kinderarbeit in Schwierigkeiten bringen. Naheliegend sei es hingegen, mir die Verköstigung nicht zu berechnen. »Warum soll mir unsere Gesellschaft das Geld erst aushändigen«, frage ich, »wenn dieses Geld doch über kurz oder lang sowieso wieder bei ihr landet?«»Wo landet das Geld?«, ruft die Kellnerin, deren Stimme mit jedem Wort an Höhe gewinnt.»Bei der Gesellschaft«, antworte ich.»Bei dir piept’s ja!« Die Kellnerin tippt sich mehrmals mit dem Zeigefinger gegen die Schläfe. »Hast se ja nich mehr alle!« Sie ergreift ihren dicken schwarzen Zopf, der schräg über ihrem Dekolleté liegt, und schleudert ihn über die Schulter zurück. Im Weggehen schwingt der Zopf zwischen Schulterblatt und Schulterblatt hin und her und beruhigt sich erst, als sie sich anschickt, die drei Stufen zur Eingangstür des Lokals hinaufzusteigen.

Ich versuche, wie immer in kniffligen Situationen, kühlen Kopf zu bewahren und meine Enttäuschung darüber, wie uneinsichtig selbst Erwachsene heute noch sein können, niederzukämpfen. Was würde Paul Löschau jetzt tun? Ich sehe in den Himmel. Die Wolkenbeobachtung, hat er gesagt, sei die beste Art der Erholung, wenn einem die Kraft zum Studieren fehle. In der Gestalt der Wolken haben wir immer etwas entdeckt. Gewaltige Igel, Krebse, Hasen und Bären zogen über uns hinweg. Es hat aber auch Tage gegeben, an denen wir die Vorkämpfer unserer Sache erblickt haben, Ernst Thälmann oder Rosa Luxemburg, einmal sogar Lenin mit vorgerecktem Kinn!Doch heute will sich keine einzige Wolke verwandeln. Soll ich einfach wegrennen? Aber damit stellte ich meine eigenen Belange über die der Gesellschaft. Am Ende hält die Kellnerin ihren Egoismus noch für Wachsamkeit!Der Andrang der Gäste ist inzwischen so groß geworden, dass es etliche Wartende gibt, die durch einen Kellner von der Eingangstür vertrieben und zu einer Reihe geordnet werden. Ich will einen letzten Versuch unternehmen, die Kellnerin zu überzeugen!»Hinten beginnt die Reihe!«, ruft ein Mann. Fast stolpere ich, so grob packt er mich am Ellbogen und zerrt mich zurück. »Ganz hinten!«, ergänzt die Frau neben ihm.»Ich muss meine Kellnerin sprechen«, sage ich. »Ich habe bereits gegessen und getrunken, aber die Kellnerin besteht darauf, dass ich bezahle …« Ich sehe von einem zum anderen, aber niemand erwidert meinen Blick. Als ich schließlich darzulegen beginne, wie unsinnig die Verwendung von Geld im Sozialismus ist, sieht mich die Frau mit verkniffenen Augen an und deutet mit dem Daumen über die Schulter. »Ganz hinten«, wiederholt sie.Da sich die Kellnerin nicht zeigt, weiß ich mir nicht anders zu helfen und stelle mich dem Kellner in den Weg.»Keene Oogen im Kopp?!« Er schiebt mich beiseite und eilt in seinen schwarzen Lackschuhen davon.
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Re: Конкурс по переводу для студентов и школьников 2016

Сообщение Светлана Викторовна » 02 сен 2018, 18:33

Конкурс 2018(для школьников)

Текст на конкурс по переводу для школьников:
Ingo Schulze. «Peter Holtz»
Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst:Roman
Fünftes Kapitel ( In dem Peter enttäuscht von der Ostsee zurückkehrt. Wiedersehen mit einer Kellnerin. Polizei und Verhaftung. Befreiung durch eine schöne Frau.)

Sechs Tage später stehe ich erneut vor dem Bungalow in Waldau. Ich klettere über den Zaun, vergeblich rüttele ich an der Tür des Bungalows. Ich bin durstig und hungrig. Zum Glück finde ich den Weg zu dem Ausflugslokal Am tiefen See. Wie schön es hier gewesen ist, als ich mich noch darauf freuen konnte, Paul Löschau wiederzusehen. Jetzt weiß ich nicht einmal mehr, wo ich ihn suchen soll. Ich bin im Zweifel, ob ich den Kellner, der mir den Kuli geliehen hat, um etwas zu essen bitten soll. Lieber wende ich mich an das ältere Ehepaar auf der Terrasse. Denn die beiden haben als Kinder mit Sicherheit noch selbst erlebt, was Hunger bedeutet. »Wären Sie bitte so freundlich und würden mir von Ihrem Schnitzel etwas abgeben?«, frage ich, nachdem ich mich vorgestellt habe. »Oder würden Sie für mich die gleiche Portion bestellen?« Sie starren mich an, das Besteck in beiden Händen. »Mir reichen auch ein paar Kartoffeln und ein Gurkensalat, vielleicht teilen Sie sich einen und geben den anderen mir?« »Das gibt’s doch nicht!«, ruft der Mann. »Na, so was!«, sagt sie. »Hau bloß ab!«, sagt er. »Husch! Weg mit dir!« Die Männer am Nebentisch winken mich heran. »Hast’ Hunger?« Ich nicke. »Essen Sie das nicht mehr?« »Du kannst doch keine Reste essen!«, entrüstet sich der, der zwei Ringe an einer Hand trägt. Ich nehme mir die übriggelassene Kartoffel, achte darauf, keine Soße zu verkleckern, und stopfe sie ganz in den Mund. »Junge!«, ruft der andere mit dem Schnauzbart erschrocken. »Ach! Kennen wir uns nicht?« Hinter mir steht die Zopf-Kellnerin. Ich habe den Mund voll und verziehe mich vorsichtshalber auf die Toilette. Am Waschbecken stille ich meinen Durst. Schließlich merke ich, dass ich auch groß muss. Die Kloschüssel ist blitzblank und die Rolle Toilettenpapier noch ganz dick. Hier hat sich einiges zum Besseren verändert. Als ich hinausgehe, steigen gerade zwei Volkspolizisten aus ihrem Toni-Wagen. Das Blaulicht dreht sich weiter. Die Zopf-Kellnerin ist schon bei ihnen. Sie zeigt auf mich. »Wir haben es ihm erlaubt«, ruft der Mann mit dem Schnauzbart. »Er hat nichts gestohlen!« »Dass es das noch bei uns gibt!«, sagt der Mann mit dem Schnitzel. Sein Teller ist leer, auch das Schälchen mit Gurkensalat. Seine Frau hat erst die Hälfte geschafft. Die beiden Volkspolizisten eilen zwischen den Tischen von zwei Seiten her auf mich zu. »Na, Sportsfreund, wo sind denn deine Eltern?« »Ich habe keine Eltern«, sage ich. »Keine Eltern?« »Der lügt doch!«, ruft die Zopf-Kellnerin. »Und klauen tut er auch – da!« Sie reißt mir den Kuli ihres Kollegen aus der Brusttasche. »Der gehört uns!« »Meine Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen«, sage ich. »Dann kommst du am besten mal mit«, sagt der, der mich »Sportsfreund« genannt hat. »Ich danke Ihnen für die Kartoffel«, rufe ich auf dem Weg zum ToniWagen den beiden Männern zu. Sie sind aufgesprungen, kommen jedoch nicht vorwärts, weil sie sich ständig gegenseitig im Weg stehen. »Können wir was tun?« Ich weiß nicht, ob ihre Frage mir oder den Volkspolizisten gilt. Die Anwesenheit der beiden Uniformierten beruhigt mich. Auf dem Volkspolizeikreisamt in Königs-Wusterhausen fühle ich mich auf der Stelle heimisch. Ich bekomme eine Kohlroulade mit Soße und so viele Kartoffeln, wie ich möchte. Allmählich dämmert mir, wie dumm ich mich verhalten habe. Auf dem Rückweg hätte mir jeder Volkspolizist sofort geholfen. Das sage ich auch ungefragt gleich zu Beginn des Gesprächs, das sich an das Essen anschliesst. Die Volkspolizisten haben viele fragen. Ich erzähle ihnen von Paul Löschau. Niemand im Kinderferienlager in Wiek auf Rügen kannte seinen Namen. Einen ganzen Tag lang habe ich vergeblich im Ort nach ihm gefragt.
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